The race is on

 

Nur mehr wenige Minuten bis sieben Uhr. Die Morgennebel hängen noch am Gipfel des Hualalai. Langsam schieben sich die ersten Sonnenstrahlen über die Hügel. Ein warmer, sehr warmer Tag kündigt sich an. Über der Bucht von Kailua-Kona liegt knisternde Spannung. Keine Hast ist zu spüren, aber Konzentration. Ein Moment naht, auf den Hunderte, manche seit Jahren, gewartet haben. Jetzt ist es – fast – so weit.

Immer mehr lassen sich ins Wasser gleiten und am Pier werden die Spaliere dichter. Die Nacht wird zum Tag. Die Sonne taucht die 1900 tanzenden Köpfe in ihr goldenes Licht.

Und dann, ja dann fängt alles so an, wie’s auch anderswo losgeht. Es ist fünf vor sieben. Alle Stoppuhren stehen auf 00:00. Die Amerikanische Nationalhymne erklingt – die bereits leicht angekratzte Stimme des Speaker ist zu hören – ein Donnerschuss.

The race is on – mein 27. Ironman nimmt seinen  Lauf.

Nach 11 Stunden und 37 Minuten sportlicher Betätigung im Backofen auf Big Island laufe ich der Finish Line von Kailua-Kona entgegen. Grosse Genugtuung, Gänsehaut pur, angenehme Müdigkeit. Der alles befreiende Triumph auf den letzen Laufkilometern, der betäubende Zuschauerjubel. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Mich erwartet eine Stimmung an der „Party-Line“ wie nirgends anderswo an einem Ironman. Soeben habe ich meinen  6. Ironman auf  Hawaii als Daylight-Finisher beendet. Sage niemals, nie mehr!

 

Aloha

Heinz Etter